KATHRIN DOEPNER B.A.
VISUAL CULTURE | PHOTOGRAPHY | CULTURAL STUDIES

 

EXPOSÉ                                                                                              Bremen 2016 

 

 

 

 

Zwischen Alltag und Exotismus

Erscheinungsformen des Orientalismus in der Fotografie um 1900

am Beispiel der Bilder des Bremer Postdirektors H.F.D. Klint

 

 

 

 

  

„Das punctum einer Photographie, das ist jenes zufällige an ihr, das mich besticht (mich aber auch verwundert, trifft). (Barthes 1985, 36)

 

1. Mysteriös, romantisch, sinnlich: Synonym für die orientalische Frau galt der aktuell zutiefst umstrittene Schleier (Joeres 2016:3, Rosental 2016) als eines der populärsten Symbole des Orientalismus[1] um 1900. Andere stereo-typisierende Zuschreibungen für die Bevölkerung des Orients[2]  wie rück-ständig, irrational, unverdorben, despotisch, zeugen sowohl von Asymmetrien als auch von Divergenz: Idealisierung und Degradierung beherrschten das Bild mittels dessen der Westen sich seiner Überlegenheit und einer „distinkten europäischen Identität“ versicherte. (Stemmler 2004:13,Konrad 2010:46). Exotismus meint in diesem Zusammenhang sowohl die Faszination als auch die Rezeption der Fremde in eurozentristischer Perspektive. Im Anschluss an Edward Saids Werk „Orientalism“ (1978), präsentierte sich dieser als „Heterostereotyp“ (Horatschek 2004:167) mittels einer Ästhetik imperialistischer Herrschaft und protegierte so den Status des Orients als Antithese Europas. Das daraus resultierende essenzielle Bild diente weniger der Entdeckung der realen Lebensumstände und des Alltags als vielmehr der Verortung des Anderen. Die Arbeit möchte sich den divergierenden visuellen Formen orientalistischer Repräsentationen im Rahmen europäischer Fremdwahrnehmung widmen. Anhand eines konkreten Fotobestands soll die Rolle der Fotografie im Orientalismus im Hinblick auf die Existenz, den Transport und Erhalt von Alterität und Dichotomie untersucht werden.

Europäische Expansion und Kolonialismus, die zu vielfältigen Begegnungen, und zu Konfrontation mit der Fremde führten, waren die Voraussetzung für  visuellen Kulturtransfer. Die intensiven Verbindungen zwischen dem Osmanischen und dem Deutschen Reich hatten eine verstärkte Präsenz von Deutschen in Konstantinopel zu Folge. Heinrich Friedrich Detlev Klint (1861-1913) aus Bremen war einer der Männer, die in Zeiten des Triumphs über den „kranken Mann am Bosporus“ ca. 1898 als kaiserlicher Oberpostdirektor in die osmanische Metropole berufen wurde. Er beobachtete den Alltag in den Straßen der kosmopolitischen Hauptstadt und pflegte ein Hobby der Elite, die Fotografie. Die 528 dort und anderswo entstandenen Fotos liegen dieser Arbeit als Quelle zugrunde.

 

2. Hinsichtlich des Sujets Orientfotografie ist festzustellen, dass sie als Forschungsbereich hierzulande nach wie vor ein Novum darstellt[3]. Eine der aktuellsten Veröffentlichungen stammt von Ali Behdad und Luke Gartlan:„Photography´s Orientalism“ ( 2013)[4]. Indem sie der Fotografie im „Mittleren Osten“[5] eine entscheidende Rolle zuschreiben, werden die verschiedenen Aspekte der Orientfotografie aus der Perspektive „kolonialer Repräsentation“ beleuchtet (2013:1). Weiterführende Untersuchungen betreibt Edhem Eldem und benennt im Katalog zur Ausstellung „Consuming the Orient“ Kriterien der „Banalisierung“ des Orients (2007:6), als da wären „Palmen, Wüste, Kamel, Schleier, Bärte“ (2007:11): Klischees, die auch in dieser Untersuchung eine Rolle spielen werden. Das Museum für Völkerkunde in Hamburg hat, beispielhaft im deutschsprachigen Raum, den Orientbilder-Bestand des Hauses gesichtet, archiviert, ausgestellt und 2007 den inspirierenden Katalog „Mit Kamel und Kamera“ veröffentlicht (Wulf/Schmelz), der hier als Motivation und inhaltliche Unterstützung dient.

 

3. Ausgehend von der Annahme, dass Orientalismus eine Form des kulturellen Imperialismus darstellt, welcher sich in Sprache, Literatur und Bildern nach westlichem Maßstab geäußert hat, kommt den fotografisch-visuellen Repräsentationen eine zentrale Bedeutung zu (Behdad 2013:1). Den Mittelpunkt der Arbeit bildet die Frage, inwieweit die divergierenden Erscheinungsformen des Orientalismus um 1900 in den Bildern von Klint wiederzufinden sind. Dazu muss geklärt werden, welches die Parameter, Kategorien, Stereotypen oder Topoi sind, die als visuelle Ausformungen des Orientalismus gelten können. Die Rezeption des Orients im Westen war abhängig von historisch-politischen Befindlichkeiten. Welche Aspekte spielen also hinsichtlich des zeitlichen, politischen und kulturellen Hintergrunds eine Rolle in der Betrachtung der Bilder heute? Inwieweit ist es möglich mithilfe von Klints Fotografien das Alltagsleben im Orient[6] nachzuvollziehen? Ließ er sich vom Exotismus des fin de siècle leiten oder verfolgte er alternative Bildmuster? Bieten Motivwahl, Perspektive und Bildausschnitte, auch unter Berücksichtigung der damals gängigen Vorstellungen und ästhetischen Normen, Zugang zur Fremde oder bleibt es bei gängiger Verklärung? Eine Bildauswertung, die sich einlässt und in die Tiefe geht birgt die Chance, sowohl positiven als auch negativen pauschalisierten Vorstellungen entgegenzuwirken (s. a. Epstein 2007:24). Die Arbeit kann, wie Behdad es für seine Untersuchungen ebenfalls formuliert hat, sowohl einen Beitrag zur Aufarbeitung europäischer Repräsentation fremder Kulturen leisten als auch das Feld der fotohistorischen Forschung weiter bestellen (2013:3). Perspektivisch geht es darum, welche Bedeutung der Orientfotografie im Rahmen der Orientalismusdebatte zukommt. Zudem wird eine Basis zur weiteren Aufarbeitung des vorliegenden Fotobestands sowie der zukünftigen Verwertung der Ergebnisse in der Öffentlichkeit geschaffen. Nicht zuletzt wird es um die Befragung der eigenen orientalistischen Bilder gehen.

 

4. Insofern der Status der Fotografie sowohl „konstitutiv als auch illustrativ“ (Behdad 2013: 3) hinsichtlich des Bilds vom Orient ist, bietet die Erforschung von konkreten Bildbeständen die Möglichkeit der Entschlüsselung visueller Kategorien des Orientalismus. Auf der Suche nach Orientfotografie in Bremen, bin ich durch die Vermittlung von Silke Seybold, Sachgebietsleiterin Afrika des Überseemuseums Bremen, auf die Sammlung des ehemaligen Bremer Oberpostdirektors H.F.D. Klint gestoßen. Die Fotos, die neben Kopien von Urkunden, Büchern und Kleidern zum Konvolut gehören, sind seinem beruflichen Aufenthalt in mehreren Hauptstädten des Osmanischen Reichs zuzuordnen[7]. Die Bilder, die größtenteils in Konstantinopel entstanden sind, zeigen Landschaft, Architektur und Menschen, Auf den ersten Blick wirken sie nicht inszeniert, bewegen sich auf Augenhöhe und zeigen auffallend untouristische Alltagsszenen. Die Motivlage sowie die mäßige technische Qualität des weitaus größten Teils der Bilder weist auf die Tätigkeit eines neugierigen, menschlich zugewandten, technisch begeisterten Amateurs hin.

Silke Seybold ließ sich 2001 von den historischen Bildern „bestechen“ (Barthes,1985:36) und nimmt die Schenkung gerne an. Die Fotos, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich sind, wurden archivalisch erfasst und konserviert, eine weitergehende Erschließung und Zuordnung ist bis dato nicht erfolgt. Das Museum bezeugt Interesse an der Aufarbeitung des Fotobestands indem es die Recherche durch den digitalen und direkten Zugang zu den Bildern im Archiv und die Unterstützung durch einen Praktikanten ermöglicht.

 

5. Anhand zeitgenössischer Quellen und historischer Fachliteratur wird es in der Arbeit um die Einordnung des Fotobestands von Klint gehen. Die Aufarbeitung erfolgt nach den Erkenntnissen der Visual Culture respektive der Untersuchung visueller Kulturen aus postkolonialer Perspektive (Rimmele/ Stiegler 2012: 51). Nach Klärung zentraler Begriffe sowie einem Exkurs zum Bildbegriff und dem Status der Fotografie um 1900, folgt die historisch-politische Kontextualisierung. Im Hauptteil folgt dann die Beschreibung des Bildbestands in Form eines Überblicks. Hier wird die Motivlage geklärt und, soweit möglich, technische, örtliche und inhaltliche Zuordnungen vorgenommen. Eine thematisch passende Auswahl einzelner repräsentativer Motive, die eine „dichte Beschreibung“ (Geertz 1983) herausfordern und zur Erforschung von orientalistischen Attributen, Exotismus und Alltag beitragen, bildet den Mittelpunkt der Arbeit. Anhand eines kritischen Quellenstudiums wird sich die Analyse des Samples nach Maßgabe eines möglichst umfassenden Erkenntnisgewinns richten. Für die Bildinterpretation kommen die ikonografisch-ikonologische als auch Aspekte der funktionalistischen Motivanalyse (Brocks 2012:21) zum Einsatz. Im Rahmen einer kontext-zentrierten Analyse werden realienkundliche und diskursanalytische Fragen zur Aufklärung des Bildinhalts beitragen (Brock 2012.102f.). Die technische Bildbestimmung richtet sich voraussichtlich nach der Methode Timm Starls (Marburg 2009).

 

6. Die Fokussierung auf den repräsentativen Orientalismus, wie er sich in Fotografien um 1900 darstellt, hat das Ziel, über ein visuelles Medium einen erweiterten Zugang zu historischen Entwicklungen und Wahrnehmungsformen zu erlangen und sie transparent zu machen. Die Untersuchung der Bilder kann, am Beispiel eines bürgerlichen deutschen Reichsbeamten in Konstantinopel, Aufschluss über Perspektive, Gestimmtheit und zeitgenössische Perzeption geben und so Einblick in das Verhältnis von West und Ost um 1900 gewähren. Ein mögliches Ergebnis wäre die Entdeckung der Andersartigkeit der Motive Klints, ihren Kontrast zu den Klischees, welche die Orientfotografie zu erfüllen hatte. So würde sich eine Tendenz zur Aufhebung der Dichotomie Orient-Okzident feststellen lassen. Seine Alltags-Bilder „auf Augenhöhe“ könnten sich als Aufbruch Richtung Dokumentarfotografie und Fotojournalismus erweisen.

Der Fotobestand wird nicht vollständig aufgearbeitet werden können, es werden sich jedoch neue Erkenntnisse für die archivalische Weiterbearbeitung ergeben. Die Arbeit wird sich im Abgleich nur soweit erforderlich, mit anderen Orientfotograf(i)en beschäftigen und erhebt nicht den Anspruch, einen vollständigen Überblick über das Thema zu bieten. Die Annahme, dass die heutigen Negativbilder und antiislamischen Ressentiments historisch ihre Kehrseite in einem, auch der orientalistischen Fotografie immanenten, unreflektiertem Exotismus haben, bildet Anstoß und Ausgangspunkt dieser Arbeit, kann jedoch nicht weiter vertieft werden. Aufgrund des vielfältigen Materials, welches in den Museen und Archiven brach liegt, bietet sich hier ein weites und durch seine spezifischen Fragestellungen hinsichtlich der Orientalismus-Debatte forschungsrelevantes Feld.

 

 

Vorläufige Literaturliste

 

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Anmerkungen:

 

[1]     „Terminus technicus“ nach Said „für alle Bereiche der >Orient<- Rezeption in Literatur, Musik, Architektur, Malerei, Fotografie und Film, Mode und Design“. (Stemmler 2004:13). Siehe auch Kreutzer: „Orientalism“, herkömmlich für Orientalistik, seit Said                       “ kolonialismuskritischer Schlüsselbegriff“ ( 2004:505).

[2]     Susanne Stemmler liefert, in Weiterführung von Saids Diskurstheorie, eine aussagekräftige, auch das visuelle implizierende Definition: „Lat. oriens: Partizip Präsens von oriri:>aufstehen>, >sich erheben<, >entspringen<: Eine geografisch unbestimmte Region, jene Länder, in denen aus der Perspektive des hierzu in Opposition gebrachten occident die Sonne aufgeht. „ ( 2004:11/12)

[3]     Im Rahmen der Forschung um „Kolonialfotografie“ (Jäger 2009, Theye 1989, Turner 1989, in der Praxis der Dekonstruktion: Kokou 2013) finden sich einige weiterführende Aufarbeitungen, die sich jedoch meistens auf Afrika oder Fernost beziehen. Vertiefende Einblicke sind sporadisch unter dem Stichwort „Reisefotografie“ zu finden (siehe z.b. Pohl 1983) oder im Bereich der ethnologischen/anthropologischen Forschung (Edwards 1992, Theye 1983, Turner 1989). Mit kulturwissenschaftlichem Ansatz beschäftigt sich Stemmler, in Anlehnung an Said, mit „Topografien des Blicks“ und den Metaphern des Orientalismus (2004). Förschler untersucht verschiedene Aspekte des Orientalismus in Malerei und Fotografie, insbesondere das Frauenbild (Bielfeld 2010). Mehrheitlich englischsprachige Veröffentlichungen, die sich teils auf konkrete Sammlungen beziehen wie z.B. vom Museum für Völkerkunde, Rotterdam (1986), bearbeiten die Thematik. Zum anderen Teil handelt es sich um Aufarbeitungen durch  AutorInnen wie die der Architekturprofessorin Zeynep Celik und den türkischen Historiker Edhem Eldem (Istanbul 2015) aus den von Orientalismus betroffenen Ländern .

[4]     Gerade erschienen, noch nicht durchgesehen: Behdad, Camera Orientalis (Chicago 2016).

[5]     Die Autoren verwende „Mittlerer Osten“ synonym für den Orient. Gemeint sind geografisch die Länder des damaligen Osmanischen Reichs .

[6] Die Untersuchung wird sich auf ausgewählte Bilder beschränken, die, soweit erkenntlich, in Konstantinopel entstanden sind.

[7]     Der Nachlass von Detlev Klint, beinhaltet, abgesehen von Urkunden, die seinen Stand, Ort und Zeitpunkt seiner Tätigkeit belegen, keine weiteren Schriftstücke. Die Beschriftung der Fotos ist rudimentär und zum Teil unleserlich. Somit wird die lokale Zuordnung nur bei eindeutiger Motivlage vorgenommen werden können. Trotz der eher prekären Quellenlage ergeben sich im vorliegenden Bildbestand in Hinblick auf die Fragestellung der Arbeit eine Fülle an Material, Anregungen, Assoziationsebenen und Hinweisen visueller Art .

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